Wissenswertes zum Umbau und zur Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses Finowfurt

Wie ist die Idee des Dorfgemeinschaftshauses entstanden?
Ausgangspunkt für den Umbau und die Sanierung des Objektes war die Überlegung, den Bürgerinnen und Bürger von Finowfurt ein kommunales Gebäude zur gemeinschaftlichen Nutzung zur Verfügung zu stellen und somit einen sozialen Raum als Treffpunkt und Begegnungsort im ländlichen Raum zu schaffen. Dazu bot sich an, das ortsbildprägende und geschichtsträchtige Gebäude mit der ehemaligen Bezeichnung „Müllers Ruh“ im Finowfurter Zentrum zu nutzen.

Wie alt ist das Objekt? Wie wurde es früher genutzt?
„Müllers Ruh“ gehörte ursprünglich zum Komplex der Schöpfurter Mühle. Diese wurde bereits Anfang des 17. Jahrhunderts am Finowkanal errichtet, war Anfang des 20. Jahrhunderts eines der größten und modernsten Mühlenwerke Deutschlands und wurde erst 1990 stillgelegt. Das Haus „Müllers Ruh“ diente dabei den Müllergesellen als Unterkunft und Aufenthaltsraum. Später fungierte es als Verwaltungsgebäude der Mühle und nach 1990 als Sitz der Gemeindeverwaltung. Seit 2005 hatten hier auch der Ortsvorsteher und der Ortschronist ihren Sitz. Außerdem befand sich in dem Haus eine ehrenamtlich betriebene Bibliothek.

Es gab zwar keinen Leerstand. Eine umfassende Sanierung war trotzdem notwendig, weil sich der bauliche und technische Zustand nach jahrelanger Nutzung ohne grundlegende Erneuerungen nicht mehr auf der Höhe der Zeit befand. Das Haus steht nicht unter Denkmalschutz.

Wozu dient das Dorfgemeinschaftshaus? Wie werden die einzelnen Räume heute genutzt?
Im Erdgeschoss sind Büros und Räumlichkeiten für den Finowfurter Ortsvorsteher, den Finowfurter Ortschronisten, die Schiedsstelle und den Personalrat der Gemeinde, den Förderkreis Burkina Faso sowie eine kleine Bibliothek entstanden.

Durch eine Anhebung des Daches hat das ursprünglich anderthalbgeschossige Haus ein vollwertiges Obergeschoss erhalten. Das neue Dach wird von sieben extra angefertigten Stahlrahmen auf Bohrpfählen gehalten. Über die gesamte Fläche des Obergeschosses gibt es nun einen großen Multifunktionsraum, in dem auch Trauungen stattfinden werden. Der Raum wird zudem für Sitzungen, Seminare, Vorträge oder Kulturveranstaltungen genutzt.

Wie sieht das Gesamtpaket der Energie und Haustechnik aus?
Die Innendämmung erfolgte mit mineralischer, diffusionsoffener und kapillaraktiver Dämmplatte aus expandiertem, natürlichem Perlitgestein an den Wandflächen. Als kapillarbrechende, feuchteresistente Dämmlage in Böden und Decken wurden Schaumglasschotter und Blähglasgranuat (ein Produkt aus recyceltem Altglas) verwendet.
Zur Warmwassergewinnung für WC- und Küchenbereiche wird ein Durchlauferhitzer genutzt. Für die Wärmeversorgung der Argillatherm-Heizelemente sorgt eine Gastherme.
Im Haus wurden ausschließlich ökologische Baustoffe verwendet, wie zum Beispiel Blähglas, Schilf und Lehm.

Wie erfolgte die Finanzierung des Projektes?
Die Gesamtkosten für Planung und Bau liegen bei rund 3,4 Millionen Euro. Die Gemeinde erhielt über das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung in Prenzlau rund 900.000 Euro Fördergeld aus dem LEADER-Programm für die Entwicklung des ländlichen Raumes. Zudem flossen aus dem Kreisentwicklungsbudget des Landkreises Barnim insgesamt 980.000 Euro. Weitere 300.000 Euro wurden aus Schlüssel Zuweisungen des Landes Brandenburg verwendet.

Welche Geschichte steckt hinter dem Einbau der Kästen für Mauersegler?
Am Gebäude wurden Nistkästen für insgesamt 96 Mauerseglerpaare installiert, da vor Beginn der Umbauarbeiten 40 Brutvögel dokumentiert wurden. Für die Zeit der Bauarbeiten wurden die Vögel umgesiedelt. Dazu wurden am nahegelegenen Verwaltungsgebäude Kästen mit insgesamt 64 Niststellen angebracht. Damit die Mauersegler nach der Rückkehr aus ihren Winterquartieren in Afrika die neuen Behausungen wiederfinden, wurden sie zeitweilig mit Vogelstimmen vom Band aus einem Lautsprecher gelockt.

 

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