Im Jagdschloss Schorfheide in Groß Schönebeck ist am 18. Juni das neue Dokumentationszentrum „Jagd und Macht eröffnet worden. Die Ausstellung in der ehemaligen Museumsscheune auf dem Areal des Jagdschlosses zeigt die Verflechtung von Macht und Jagd und ihre Auswirkung auf die Politik und die Natur der Schorfheide von der Weimarer Republik über die NS-Diktatur bis zum Ende der DDR. Zu sehen sind mehr als 80 Exponate, zahlreiche neue Dokumente sowie Bild- und Filmmaterial in insgesamt zehn Medienstationen. Eines der Leitexponate und zentralen Objekte der Ausstellung ist der ehemalige Jagdwagen Erich Honeckers, ein umgebauter Range Rover.
Schorfheides 1. Stellvertretende Bürgermeisterin Kathrin Witzlau dankte in ihren Begrüßungsworten allen, die zur Gestaltung der neuen Ausstellung beigetragen haben und erinnerte an die Entstehungsgeschichte der Ausstellung im Jahre 2009. „Wir waren und sind uns der Brisanz des Themas bewusst. Deshalb kommt es darauf an, die Geschehnisse unter dem Blickwinkel Jagd und machtpolitisches Handeln einerseits sehenswert darzustellen, aber trotzdem sachlich zu dokumentieren und in die historischen Zusammenhänge einzuordnen. Die Resonanz auf diese in Deutschland einzigartige Ausstellung gibt uns dabei Recht“, sagte sie.
Barnims Landrat Daniel Kurth bezeichnete in seinen Grußworten das neue Dokumentationszentrum als einen bedeutenden Erinnerungs- und Lernort, der die Historie der Schorfheide erzählt. „Es ist ein Ort entstanden, der die Geschichte nicht verklärt, sondern erklärt und Zusammenhänge deutlich macht“, betonte er.
Der Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Barnim, Volkmar Grätsch, nannte das neue Dokumentationszentrum ein Projekt mit Strahlkraft, für das man gern bereit gewesen sei, finanzielle Unterstützung zu geben. Als Geschenk überreichte er eine Jagdtrophäe, die ein Mitarbeiter der Sparkasse, gestiftet hatte.
Die Kosten für Konzeption und Umsetzung des Projektes belaufen sich auf rund 470.000 Euro. Durch EU-Mittel für die Entwicklung des ländlichen Raumes, Gelder aus dem Kreisentwicklungsbudget des Landkreises Barnim sowie eine großzügige Förderung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Barnim konnte das Vorhaben nahezu vollständig mit Fördermitteln finanziert werden. Inhaltliche Unterstützung gab es zudem durch den Museumsverband Brandenburg und das Zentrum für zeithistorische Forschung Potsdam.
Einen großen Anteil an der Gestaltung der neuen Ausstellung hat indes der Verein Schorfheide-Museum und hier insbesondere sein Vorsitzender Helmut Suter. Die meisten Exponate und Dokumente wurden in den vergangenen Jahren vom Verein „Schorfheide-Museum e.V“ zusammengetragen bzw. recherchiert. Die Archivforschung habe dabei eine große Rolle gespielt, sagte Helmut Suter, dessen letzte Recherchen ihn erst vor kurzem ins französische Nationalarchiv geführt hatten. Zugleich dankte er den zuständigen Mitarbeitern der Gemeinde Schorfheide für die bisherige Zusammenarbeit.
Das neue Dokumentationszentrum Jagd und Macht wird im Unterschied zu einem reinen Kunst- oder Heimatmuseum künftig den Fokus noch stärker auf den historischen Kontext, auf Wissensvermittlung, Aufarbeitung, Forschung und auf die Dokumentation der gesammelten Zeitzeugnisse legen. Im Bereich der Forschung gibt es Unterstützung von Wissenschaftlern und bei der Bereitstellung von Nachlässen oder Quellen. Darüber hinaus soll es Bildungsangebote für Schulklassensoll ab der 7./8. Klasse oder auch für Studenten geben.
Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung durch die Jagdhornbläsergruppe Hubertusstock unter Leitung von Lutz Hamann.
