Der Seeberg auf der nördlichen Seite zwischen dem Weißen See und Aalkastenfließ zog schon vor 4000 Jahren Menschen an, die dort immer wieder siedelten, da sie Schutz, Wasser und Wald als lebenswichtige Voraussetzungen für ein Überleben in der Wildnis der großen Heide "Werbellin" – heute "Schorfheide" – fanden.
Gegenüber der Badestelle in Böhmerheide gab es einst im frühen Mittelalter die Orte Alt- und Neu-Gröben, die aber schon um 1350 in der Folge von Pestepidemien "wüstgefallen" waren. Im Landbuch von Kaiser Karl IV. von 1375 werden diese nicht mehr erwähnt. Spuren der Besiedlung konnten mittels Luftaufnahmen nachgewiesen werden und traten um 1930 ans Tageslicht. Als man eine Sandgrube anlegte, entdeckte man in 60 cm Tiefe Skelette dicht beieinander und in bis zu drei Lagen übereinander. Der Ort wird heute noch Pestgrab genannt.
"Der Beumen, ältester Beweis wie sie zu der Feldmark Alt und Neu Gröben gekommen sind", ist in einer Lehnurkunde von 1444 belegt, die im Erbregister des Amtes Liebenwalde von 1589 überliefert ist. Der Ritter Hans von Waldow aus Liebenwalde verleiht im Auftrag des Markgrafen und Kurfürsten Friedrich II., der Eiserne, die alten Dorfstätten Alt- und Neu-Gröben an die Beume (Baum, Bohm). Bis 1850 behielten die Bohms das Lehn, dann erfolgte die Auflösung und Eintragung ins Grundbuch.
Das Entstehungsdatum der Böhmerheide ist der 28. Februar 1714, als Adam Bohm aus Groß Schönebeck die Erlaubnis von Friedrich Wilhelm I.erhielt, auf der halben Feldmark Gröben ein Häuschen zu bauen und „notdürftig“ Hornvieh aber keine Schafe zu halten. Diese Besiedlung, das spätere "Gut Groß Böhmerheide", heute im Außenbereich, ist die Keimzelle der Böhmerheide. 1783 kam eine Ansiedlung von Bohms aus Hammer am Kuhpanzsee als Klein Böhmerheide hinzu, die aber nur ca. 100 Jahre bestand.
Im 20. Jahrhundert entwickelte der Bauingenieur Alfred Taege aus Berlin die Fläche der Böhmerheide als Siedlungs- und Erholungsort für stadtmüde Menschen und Siedler. Ein erster Bebauungsplan entstand. Herr Taege kaufte und verkaufte Grundstücke, das Vorhaben scheiterte nach 1933 an dem erlassenen Reichserbhofgesetz, in dem die Unteilbarkeit von Grundbesitz verfügt wurde, die Bauern durften kein Land mehr verkaufen.
Im Frühjahr 1945 wurde überall verbrannt, zerstört, gesprengt, überflutet und unbrauchbar gemacht. Und als der Krieg dann zu Ende war , war alles zu Ende, nichts funktionierte mehr, alle begannen bei null.
Die Berliner Familie des Berthold Bielagk zog nach dem Krieg in die Böhmerheide und baute aus Abrisssteinen von Carinhall ein Haus, eröffnete einen Lebensmittelladen und eine Werkstatt für Fahrräder, die sich später zu einer Motorrad- und Spezialwerkstatt für die Marke Jawa, die in ganz Brandenburg bekannt war, entwickelte.
Seit 2003 ist Böhmerheide erstmals ein eigenständiger Ortsteil in der Gemeinde Schorfheide. Der aktuelle Bebauungsplan für Böhmerheide ermöglicht nun mehr Böhmerheidern die Nutzung ihrer Häuser als Hauptwohnsitz. Die einstmalige Wochenendsiedlung am Weißen See wird mehr und mehr zum beliebten Wohnort.
Viele Künstler sind in der Böhmerheide heimisch, wie der Maler und Grafiker, Wolfgang Speer, 1925 in Magdeburg geboren, der hier sein Atelier hat. Zahlreiche seiner Aquarelle mit „Baumporträts“ sind in der Schorfheide entstanden. Der bekannte Schauspieler Michael Gwisdek und viele andere fühlen sich in der Böhmerheide wohl und sind heimisch geworden.
Der Radfernweg Berlin-Usedom führt vorbei an der idyllisch gelegenen Böhmerheide. An der natürlich belassenen Badestelle am Weißen See tummelt sich im Sommer so manch Berliner Ausflügler. Der acht bis zwölf Meter tiefe See lässt sich in einer knappen Stunde zu Fuß umrunden. Im an der Badestelle gelegenen „Cafe am weißen See“ kann man sich stärken und ausruhen oder in den neu errichteten Appartements Ferien machen.
Eine sehenswerte Böhmerheider Adresse ist die Keramikwerkstatt Wessel. Die Töpferei gibt es seit 1983 am Weißen See. Hier entwickelte Petra Wessel die typische Schorfheidekeramik, die sich durch besondere Oberflächenbehandlung auszeichnet. Petra Wessel bietet Töpferkurse und Werkstattführungen an.
Ein Herz für kranke und verletzte Igel hat in Böhmerheide Gabriele Dunst. In der Igelstation im Zeisigsteg 9 werden die putzigen Stacheltiere liebevoll betreut und versorgt.