Altenhof am Werbellinsee

Die ersten archäologischen Funde an diesem Ort sind über 5.000 Jahre alt. Bei Ausgrabungen in Altenhof wurde eine Steinaxt gefunden, die vermutlich als Werkzeug 3.000 Jahre vor Christus genutzt wurde.

Scherbenfunde deuten auf die spätere Besiedlung während der Bronzezeit (2200 – 800 v. Chr.) hin. Erstmals dauerhaft ließen sich die Slawen an dem Ort nieder, wovon archäologische Funde Zeugnis geben. In einer mächtigen Schicht auf dem Hang östlich des Fischereigehöftes am Werbellinsee (heute Restaurant "Alte Fischerei") fand man Überreste slawischer Kultur.

Restaurant "Alte Fischerei" am Werbellinsee

Unmittelbar nördlich der Fischerei befinden sich unter Wasser – nur 25 m vom Ufer entfernt – die Reste eines Pfahlhauses, das offenbar im zeitlichen Zusammenhang zum genannten Siedlungsplatz steht. Datierungen ergaben, dass die Eichpfähle wahrscheinlich um das Jahr 1284 geschlagen und im Winter 1284/85 vom Eis aus über drei Meter in den Seegrund gebohrt worden sind.

Burg Breten am Werbellinsee

Die askanischen Markgrafen errichteten Burg Breten am Ufer des Werbellinsees und nutzten diese als Jagdunterkunft. Später im 16. Jahrhundert erinnerten sich die jagdfreudigen Kurfürsten an den ehemaligen Wirtschaftshof und ließen dort ein Jagdhaus beim "Ollen Hoff" anlegen.

Der einzige, noch heute erhaltene Rest der Burg Breten wurde in der alten Försterei in Altenhof gefunden. Die während des dreißigjährigen Kriegs (1618–1648) verfallene Försterei wurde im 18. Jahrhundert neu erbaut. Das dabei gefundene alte Kellergewölbe, in dem sich noch alte Kupfergeräte und ein Fass Wein befanden, ist heute als letztes Wahrzeichen der Burg Breten als Bodendenkmal geschützt.

Von Wald umgeben: der Werbellinsee

Fischer und Forstarbeiter

Die Menschen in dem heutigen Ort Altenhof lebten vom Fischfang und der Forst, der Ackerbau spielte eine untergeordnete Rolle. 1885 gab es in Altenhof nur 9 ha Ackerland. Als das Schulgebäude 1887 errichtet wurde, zählte der Ort rund 25 Häuser.

Fremdenverkehr und Tourismus

Nach 1900 öffnete sich der günstig an Wasser und Wald gelegene Ort dem Fremdenverkehr. Die "Kraftpost" – mit Briefkästen ausgestattete Personenbusse – fuhren ab 1936 in nur einer Stunde von Berlin/Potsdamer Platz aus nach Altenhof.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Pionierrepublik "Wilhelm Pieck" (1951–1989) Treffpunkt tausender Kinder aus aller Welt. Heute ist dort die Europäische Jugenderholungs- und Begegnungsstätte Werbellinsee untergebracht.

Bis 1989 war Altenhof ganzjährig Erholungsort für Urlauber des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB). Zahlreiche Betriebe besaßen dort Erholungsheime und Kinderferienlager.

Altenhof ist auch heute das Zentrum für Erholungssuchende am Werbellinsee. In der Saison können an wettergünstigen Tagen mehrere tausend Besucher gezählt werden, die zum größten Teil aus dem Landkreis Barnim und Berlin kommen. Gaststätten, Anlegestellen einer Schifffahrtslinie, Boots- und Fahrradverleihe, die Uferpromenade und die Badewiese locken Gäste an. Altenhof ist auch ein beliebter Ausgangspunkt für Rad- und Fußwanderungen durch die Schorfheide.

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