Orte des Gedenkens

In der Gemeinde Schorfheide erinnern Stolpersteine in den Ortsteilen Finowfurt und Groß Schönebeck an zwei Familien, die wegen ihrer jüdischen Herkunft Opfer des NS-Regimes wurden.

In Groß Schönebeck wurde ein Ehrengrab angelegt und ein Gedenkstein aufgestellt, um an das Schicksal der Pfarrersfamilie Wagner zu erinnern. Kurz vor Kriegsende 1945 wurde die Familie von Schergen der SS ermordet.

Eine Zeitzeugin berichtete: Es war eine grausame Tat kurz vor Kriegsende, einen Tag vor der Einnahme des Ortes durch sowjetische Truppen. Den Opfern wurden zum Teil die Schädel gespalten, das Pfarrhaus war von Blut verschmiert, alles sah nach einem Kampf aus. In einer Nacht waren drei Generationen der Pfarrersfamilie Wagner grausam ausgelöscht worden. Zu den Opfern zählten vier Erwachsene und drei Kinder im Alter von vier, zwei und einem halben Jahr.

Der junge Pfarrer Wagner gehörte der Bekennenden Kirche an. Sein Vater sympathisierte ebenfalls mit dieser Gruppierung, die sich gegen die Gleichschaltung der Evangelischen Kirche im Dritten Reich und die Machtansprüche der Nationalsozialisten stellte. Außerdem soll er den Hitlergruß verweigert haben.

Zur Einweihung des Gedenksteines und des Ehrengrabes am 27. April 2013 fand Bürgermeister Uwe Schoknecht folgende Worte: "Wir, die nachfolgende Generation, können der Familie Wagner nur einen letzten Dienst leisten, nämlich ihre grausamen Schicksale dem Vergessen entreißen. Uns selbst müssen wir den Dienst tun, alle Erscheinungsformen der Glorifizierung der NS-Zeit und der Neuorganisation rechtsradikaler Strukturen entschlossen entgegen zu treten."


Stolpersteine in Finowfurt                                       Stolpersteine in Groß Schönebeck

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